Ratgeber

Konzentration

Konzentration ist ein Zustand geistiger Wachheit, in dem die körperlichen und geistigen Kräfte auf ein bestimmtes Ziel hin ausgerichtet sind. Um sich auf etwas konzentrieren zu können, ist es wichtig, die Aufmerksamkeit gezielt darauf lenken zu können. Nur wenigen Menschen gelingt es gleichzeitig zu telefonieren, Fernsehn zu schauen und dabei vielleicht noch zu lernen.

Viel zu viele Informationen aus der Umwelt wirken dabei auf uns ein und keine der verschiedenen Aktivitäten wird zu hundertprozentiger Zufriedenheit ausgeführt. Kinder erleben diese Situationen fast jeden Tag und müssen lernen, ihre Konzentration zu steigern. In der frühen Kindheitsphase können Sie ihr Kind dabei beobachten, wie es neugierig mit den unterschiedlichen Spielmaterialien umgeht, die Sie ihm zu Verfügung stellen.

Nur kurze Zeit gelingt es ihrem Kind, mit einem bestimmten Spielzeug zu spielen, denn die vielen Informationen an Farben, Formen und Geräuschen lenken das Kind schnell ab. Konzentration ist also ein Reifeprozess, der Stück für Stück beim Spielen erlernt werden muss.

Wozu benötigt man die Konzentration?

Sind nur zwei von vielen verschiedenen Möglichkeiten, jemandem zu verdeutlichen, dass er sich konzentrieren soll. Egal, ob in der Schule, zu Hause bei den Hausaufgaben oder beim Fussballspielen in der Freizeit- Konzentration wird jeden Tag von Ihrem Kind verlangt. Deshalb ist es besonders wichtig, dass diese Fähigkeit optimal eingesetzt und bewusst aufgebracht werden kann. Besonders im Schulalltag wird diese Fähigkeit stark verlangt. 45 Minuten soll Ihr Kind aktiv dem Geschehen folgen, aktiv zuhören, mitschreiben und spontan auf die Fragen des Lehrers reagieren.

Viele Faktoren, die dabei auf Ihr Kind einwirken und eine gute Trennung zwischen wichtiger und unwichtiger Information von Ihrem Kind verlangen. Dies gelingt gut, wenn Ihr Kind die Möglichkeitkeit hat, seine Reserven zwischendurch wieder aufzufüllen und die Batterie wieder zu laden. Deshalb sollte es auch stets die Pausen nutzen, um sich zu bewegen und den Kopf wieder für neues Materiale frei zubekommen. Konzentration wird stets von uns verlangt und kann im bestimmten Alter auch eine gewisse Zeit gezielt aufrecht gehalten werden.

Alter Konzentrationsdauer
5 bis 7 Jahre bis etwa 15 min
7 bis 10 Jahre bis etwa 20 min
10 bis 12 Jahre bis etwa 25 min
12 bis 16 Jahre bis etwa 30 min


Das heißt eine gesamte Schulstunde übersteigt meist schon die Fähigkeit, die Konzentration aufrecht zu erhalten und erklärt schnell den Abfall der Aufmerksamkeit, wenn die Pause nähert.

Muskeltonus

Was ist das?

Als Muskeltonus bezeichnet man den Spannungszustand der Muskulatur. Er ist nicht abzutasten, sondern zeigt sich deutlich in der Körperhaltung und der Stellung der einzelnen Extremitäten des Kindes und steuert damit unsere Stabilität und Mobilität. Jeder Muskel des Körpers besitzt einen Grundtouns. Bei Entspannung verbraucht dieser nur eine geringe Energie. Vergleichbar ist dies mit dem Standgas beim Auto. Bei voller Anstrengung verbraucht der Muskel viel mehr Energie, sowie das Auto Benzin.

Um Benzin zu sparen, treten Sie das Gaspedal erst durch, wenn sie es benötigen und lassen es langsam wieder los, wenn es nicht mehr benötigt wird. Genauso funktioniert die Regulation des Muskeltonus beim Menschen. Nur wenn die gesamte Kraft benötigt wird, sollte man diese einsetzen und bei geringem Kraftaufwand, die Energie spaöuml;en. Können Kinder diese Regulation selbständig steuern, können Sie eine gute Körperhaltung und Bewegung erkennen. Egal, ob im Stehen, Laufen, Sitzen oder Liegen- der Tonus bestimmt stets unsere Bewegung und deren Qualität.

 

Wozu benötigt man den Muskeltonus?

Der Muskeltonus steuert unsere Bewegungen und die Art und Weise, wie diese durchgeführt werden. Die Entwicklung des Kindes spielt dabei eine sehr große Rolle und verläuft durch die Wahrnehmung von unterschiedlichen Reizen und deren gute Verarbeitung. Verschiedene Systeme sollen dem Kind in seiner Entwicklung vom Säugling bishin zum Erwachsenen helfen, diese unterschiedlichen Reize mit Hilfe der Rezeptoren aufzunehmen, weiterzuleiten und im Gehirn zu verarbeiten- nur dann ist es möglich, darauf zu reagieren. Der Muskletonus gehört zu dem großen System der Propriozeption. Durch die Rezeptoren in Muskeln, Gelenkkapseln und Sehnen, spüren wir Reize, wie Druck oder Zug.

Dabei muss sich der Körper entscheiden, ob er viel Kraft aufbringen muss, also Anspannung, oder ob er keine Kraft benötigt- also Entspannung. Für Kinder ist diese Wahrnehmung ein großer Bestandteil ihrer Entwicklung, da sie nach der Geburt ihre Bewegungen entwickeln und durch verschiedene Bewegungsetappen (Bauchlage- Rückenlage- Vierfüßlerstand- Sitz- Bärenstand- Stand als Stabilität oder Drehen des Kopfes- Bewegen der Arme und Beine- Robben- Kriechen- Laufen als Mobilität) stets Informationen aus der Umwelt über ihre Wahrnehmungssysteme erleben und diese entsprechend umsetzen. Wichtig ist dabei das Zusammenspiel der Muskulatur und des Tonus mit dem Gleichgewicht.

Verändert sich unsere Lage des Körpers, muss die Verarbeitung und Weiterleitung im Gehirn so gut funktionieren, dass wir unseren Körper optimal darauf einstellen können. So benötigen wir den Muskeltonus, um Muskelkontraktionen durchzuführen, die uns dabei unterstützen, aufrecht zu stehen, unsere Arme beim Heranziehen oder Wegschieben von Gegenständen zu steuern oder unsere Bewegungen geschmeidig zu machen.

 

Dabei sind drei Reaktionen dieses Zusammenspiels enorm wichtig:

Stabilisierungen der Haltung:

Diese Bewegungen finden ganz automatisch statt. Um im Sitzen etwas mit den Händen vom Boden aufzuheben, benötigen Sie eine gute Haltekontrolle im Rumpf und in den Beinen. Diese Stabilisierung führen Sie ganz unbewusst durch und ist ein Beweis dafür, dass der Körper eine geschlossenen Einheit ist und ihr Muskeltonus das Zusammenspiel von Bewegung und Haltung durch den Wechsel von Anspannung und Entspannung reguliert.

Kokontraktionen:

Diese Funktion ist besonders wichtig, um Ihren Kopf stabil aufrecht zu halten und dabei bewegen zu können oder bei leicht-em Druck oder Zug Ihr Gleichgewicht beizubehalten. Ihr Muskeltonus muss also auf die entsprechenden Situationen reagieren und angepasst werden.


Abstützreaktionen:

Diese Funktion ermöglicht Ihnen den Schutz bei einem Sturz. Durch die schnelle Informationsübertragung im Gehirn, reagiert Ihr Körper automatisch mit einer Stützreaktion der Arme beim Fall. Der Muskeltonus ist also enorm wichtig, um unsere Muskulatur in der Bewegung zu steuern und optimal einzusetzen. Was ist aber, wenn diese Verarbeitung und Reaktion nicht gut funktioniert und der Tonus nicht adäquat eingesetzt wird?

Kinder toben gern, spielen den ganzen Tag, rennen und springen, klettern und sind die meiste Zeit ihres Tages in ständiger Bewegung. Dabei ist stets eine gute Tonusregulation nötig, da sie sich ständig gegen die Schwerkraft bewegen und auf unterschiedliche Reize aus der Umwelt reagieren müssen. Das heißt eine gesamte Schulstunde übersteigt meist schon die Fähigkeit, die Konzentration aufrecht zu halten und erklärt schnell den Abfall der Aufmerksamkeit, wenn die Pause nähert.

 

Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es für Zuhause?

Kinder mit Hypotonus (zu niedriger Tonus) benötigen Reize und Informationen aus der Umwelt, um ihren Tonus besser regulieren zu können. Besonders geeignet dafür sind Spiele, bei denen die Bewegung im Vordergrund steht und somit die Kinder im Zusammenspiel der Systeme unterstützt und bei denen die Aktivität eine große Rolle spielt.

Kinder mit Hypertonus (zu hoher Tonus) benötigen dagegen Informationen, die ihre Muskulatur bewusst zur Entspannung führt und verlangen nach Spielen und Aktivitäten, bei denen nur eine geringe Kraftaufwendung nötig ist.